Stroop-Test online

Farbwörter lesen, Farben benennen, dann die Schriftfarbe statt des Wortes: Das Spiel misst Ihren Stroop-Effekt in Millisekunden. Mit Druckvorlage.

Der Stroop-Test online misst, wie stark ein gelesenes Farbwort das Benennen einer Schriftfarbe bremst. Sie lesen zuerst Farbwörter, benennen dann Farbbalken und nennen zuletzt die Schriftfarbe von Wörtern wie ROT in blauer Farbe. Der Interferenzwert ist der Median des dritten Teils minus der Median der Balken, in Millisekunden und Prozent.

Farben, umgekehrte Aufgabe und Vorlage zum Drucken

Druckt die Papierfassung: Lesekarte, Farbkarte und Interferenzkarte mit je 50 Feldern, laut vorzulesen mit Stoppuhr. Dafür ist ein Farbdrucker nötig.

Drei kurze Teile mit je 24 Aufgaben: Farbwörter lesen, die Farbe von Balken benennen, dann die Schriftfarbe von Wörtern nennen, die in einer anderen Farbe stehen. Schnell und ohne Fehler antworten.

Hier erscheinen Ihre Durchgänge, gespeichert nur in diesem Browser.

Die Zeiten sind Näherungswerte: Bildschirm, Tastatur und Browser fügen einige Millisekunden hinzu, in jedem Teil ungefähr gleich viel.

Ein Spiel zum Ausprobieren und Lernen, ohne Normwerte: keine medizinische oder psychologische Untersuchung.

Ein Spiel im Browser rund um einen der bekanntesten Versuche der Psychologie: Farbwörter lesen, Farben benennen und zum Schluss die Schriftfarbe statt des Wortes nennen. Es misst Ihre Antwortzeiten, wertet sie auf Ihrem Gerät aus und ist kostenlos, ohne Anmeldung.

Drei Durchgänge: lesen, Farben benennen, Schriftfarbe nennen

Der klassische Test hat drei Durchgänge. Im ersten stehen Farbwörter in einem hellen, neutralen Ton auf der Fläche, und Sie wählen die Farbe, die das Wort nennt. Im zweiten zeigen Farbflächen in Balkenform nur eine Farbe. Im dritten steht ein Farbwort in einer anderen Schriftfarbe, und gefragt ist die Farbe der Schrift. Aus den Reaktionszeiten der richtigen Antworten bildet das Spiel je Teil einen Median und vergleicht den dritten Teil mit dem zweiten.

Ein Rechenbeispiel mit ausgedachten Zeiten, also kein Richtwert: Die Wörter brauchen im Median 560 ms, die Balken 690 ms. Wörter in fremder Farbe kommen auf 930 ms. Die Interferenz beträgt damit 240 ms, das sind 35 % mehr als beim Benennen der Farbflächen. Gegenüber dem Lesen dauert dieses Benennen hier 130 ms länger.

In der Fachsprache sind die Aufgaben des dritten Teils inkongruent: Wort und Schriftfarbe widersprechen sich, ein Wort erscheint nie in seiner eigenen Farbe. Kongruent hieße, das Wort GELB stünde in Gelb. Solche passenden Paare enthält nur die Challenge. Im dritten Teil wechselt neben der richtigen Antwort auch das ablenkende Wort von Aufgabe zu Aufgabe, und jede Farbe ist gleich oft gefragt, nie zweimal hintereinander.

Jeder Teil beginnt mit einer eigenen Schaltfläche, danach zeigt ein Fixationskreuz 600 ms lang die Mitte der Fläche. Geantwortet wird per Tipp oder mit den Zifferntasten in der Reihenfolge der Schaltflächen. Gezählt wird schon das Herunterdrücken, nicht das Loslassen. Die Zeit läuft vom Bildschirmbild, in dem die Aufgabe erscheint, bis zum Zeitstempel des Drucks; danach folgt sofort die nächste Aufgabe.

Ein Fehler zeigt kurz eine rote Markierung, die Aufgabe wird nicht wiederholt. Das Farbset umfasst drei, vier oder sechs Farben, voreingestellt ist Rot, Grün, Blau und Gelb. Je Teil gibt es 12, 24 oder 48 Aufgaben, in der Voreinstellung zusammen 72 Antworten. Die Spielfläche bleibt in beiden Farbschemata fast schwarz.

Was bedeutet der Interferenzwert?

Er gibt an, um wie viele Millisekunden Sie eine Farbe langsamer benennen, wenn ein unpassendes Farbwort darauf steht. Grundlage ist je Teil der Median der richtigen Antworten, also der mittlere Wert aller nach Größe geordneten Zeiten. Ein einzelnes Zögern verschiebt ihn kaum, anders als einen Mittelwert.

Daneben steht derselbe Abstand in Prozent des Vergleichsteils. So wird die Verzögerung ins Verhältnis zum eigenen Tempo beim Benennen gesetzt. Ein dritter Wert stellt Balken und gelesene Wörter gegenüber: Benennen dauert in aller Regel länger, weil Lesen stärker eingeübt ist.

Falsche Antworten fließen nicht in die Zeiten ein, die Fehlerzahl steht aber in der Ergebnistabelle. Ein Teil zählt nur, wenn mindestens 50 % seiner Antworten richtig sind. Sonst nennt das Spiel keinen Interferenzwert, denn aus wenigen Treffern entsteht kein verlässlicher Median.

Normwerte enthält das Spiel nicht, es ordnet ein Ergebnis also weder als hoch noch als niedrig ein. Studien liefern nur Beispiele. MacLeods Überblick von 1991 nennt für eine Studie von Redding und Gerjets 98 ms Interferenz bei Antworten per Taste, aber 177 ms bei gesprochenen. Eine Onlinestudie von Crump und Kollegen (2013) mit getippten Antworten fand 293 ms.

Bildschirm, Tastatur und Browser verzögern jede Messung um einige Millisekunden. Eine gleichbleibende Verzögerung hebt sich beim Abziehen zweier Mediane weitgehend auf, einzelne Zeiten bleiben Näherungswerte. Die Timing-Studie von Bridges und Kollegen (2020) fand bei den meisten Programmen eine Präzision unter 10 ms in allen Browsern, online etwas schwankender.

Ergebnisse speichert nur dieser Browser: je Einstellung den Bestwert und die letzten 10 Durchgänge. „Tabelle für die Tabellenkalkulation kopieren“ legt nach dem Test eine Zeile je Teil in die Zwischenablage, mit Fehlerzahl, Median und Mittelwert. In einer Tabellenkalkulation landen die Werte als Zellen, etwa für ein Versuchsprotokoll im Psychologieunterricht.

Der Stroop-Effekt einfach erklärt

Der Stroop-Effekt ist die Verzögerung, die entsteht, wenn ein Farbwort und seine Schriftfarbe einander widersprechen. Wer flüssig liest, verarbeitet ein Wort automatisch und kann es kaum nicht lesen. Diese Automatisierung des Lesens arbeitet schneller als das Benennen einer Farbe. Steht ROT in blauer Schrift da, liegt die Antwort Rot schon bereit, bevor Blau benannt ist.

Für die richtige Antwort muss das Gehirn diese vorschnelle Antwort unterdrücken; Fachleute sprechen von Inhibition. Dazu kommt selektive Aufmerksamkeit: Sie richtet sich auf das gefragte Merkmal, die Schriftfarbe, und blendet das Wort aus. Beides gehört zu den exekutiven Funktionen, die Handeln planen und steuern. Das Arbeitsgedächtnis hält währenddessen die Regel fest, welches Merkmal gerade zählt. Die gemessene Verzögerung zeigt, wie viel Zeit dieser Kampf kostet.

Das Lexikon der Psychologie von Spektrum der Wissenschaft führt den Effekt auch unter dem Namen Farb-Wort-Interferenz. Als Vergleich dienen dort neutrale Wörter, die keine Farbe bezeichnen: Passende Paare gehen schneller als diese Kontrollwörter, unpassende deutlich schwerer. Wer zwischen dem Benennen von Wort und Farbe hin- und herwechselt, braucht zusätzlich kognitive Flexibilität.

Ein Beispiel ohne Bildschirm und der Verlauf über das Leben

Ein Beispiel gelingt ohne Bildschirm. Wer das Wort GRÜN mit rotem Stift schreibt und nach der Farbe der Tinte fragt, hört meist ein kurzes Stocken. Manchmal rutscht zuerst das Wort heraus und wird dann korrigiert. Genau dieses Stocken misst der dritte Teil in Millisekunden.

Im Alltag drängt sich Schrift ebenso auf: Auf Plakaten, Verpackungen und Schildern lesen geübte Augen mit, auch wenn nur Farbe oder Form zählt.

Laut MacLeods Überblick wächst die Interferenz in den ersten Schuljahren mit der Lesefähigkeit und erreicht um die zweite und dritte Klasse ihren Höhepunkt. Danach nimmt sie über das Erwachsenenalter ab, etwa ab sechzig steigt sie wieder.

Stroops Experimente von 1935

John Ridley Stroop beschrieb den Befund 1935 in seinem Aufsatz „Studies of interference in serial verbal reactions“. Seine Probanden lasen ganze Karten mit je 100 Feldern laut vor, die Zeit nahm eine Stoppuhr. Wie MacLeod hervorhebt, hat Stroop nie einzelne Aufgaben gemessen und keine passenden Paare aus Wort und Farbe verwendet.

Im ersten Experiment lasen 70 Studierende dieselben Wörter einmal in Schwarz (41,0 Sekunden) und einmal in widersprechender Farbe (43,3 Sekunden). Das Lesen wurde nur um 2,3 Sekunden langsamer, nach Stroops eigener Rechnung um 5,6 %. Diesen Unterschied hielt er nicht für verlässlich.

Im zweiten Experiment benannten 100 Studierende die Farben von Quadraten (63,3 Sekunden) und die Schriftfarbe unpassender Wörter (110,3 Sekunden). Das kostete 47,0 Sekunden mehr. Stroop gab dafür 74,3 % an; aus den gedruckten Mittelwerten ergeben sich 74,2 %.

Im dritten Experiment übten Studierende acht Tage lang. Die Interferenz nahm ab, verschwand aber nicht. Gelb ließ Stroop weg, weil es sich nicht in gleicher Stärke drucken ließ; er nutzte Rot, Blau, Grün, Braun und Violett. Seine Sekunden für ganze Karten lassen sich mit den Millisekunden einzelner Aufgaben im Spiel nicht vergleichen.

Der Grundgedanke ist älter. Wie MacLeod berichtet, beobachtete James McKeen Cattell schon 1886, dass das Benennen von Farben länger dauert als das Lesen ihrer Namen. Stroop brachte beides in einen Konflikt und machte daraus eine Messung.

Challenge, umgekehrte Aufgabe und weitere Varianten

Die Challenge läuft 30 Sekunden, 60 Sekunden oder 120 Sekunden, voreingestellt sind 60 Sekunden. Die Wörter kommen in Blöcken zu 8, davon 50 % passend und der Rest unpassend, gemischt. Gezählt werden richtige Antworten. Die Aufgabe, die beim Ablauf der Zeit noch zu sehen ist, zählt nicht.

Das Ergebnis nennt Fehler, Trefferquote und die Mediane der passenden und der unpassenden Wörter. Ihr Abstand in Millisekunden und Prozent ist der Effekt dieser Runde, gemessen gegen kongruente statt gegen neutrale Reize. Wie schnell die Finger allein klicken, ohne jede Farbe, zeigt der CPS-Test.

Mit „Das Wort benennen (umgekehrte Aufgabe)“ dreht sich die Aufgabe um: Gefragt ist das Wort, die Schriftfarbe stört. Der dritte Teil wird dann mit dem ersten verglichen, den neutral gefärbten Wörtern. MacLeod beschreibt diesen umgekehrten Effekt als möglich, aber meist erst deutlich, wenn die Aufgabe selbst verändert wird.

Die Forschung kennt weitere Spielarten, die dieses Spiel nicht anbietet. Beim emotionalen Stroop-Test stehen gefühlsbeladene Wörter in Farbe, und gemessen wird, ob ihr Inhalt das Benennen bremst. Beim Zahlen-Stroop widersprechen sich der Wert einer Ziffer und ihre Größe auf dem Bildschirm, oder die Anzahl der Ziffern und ihr Wert.

Papierfassung: Vorlage zum Ausdrucken

„Drei Karten drucken“ erzeugt drei Karten mit je 50 Feldern in 5 Spalten zu 10. Karte 1 zeigt Farbwörter in Schwarz, Karte 2 Farbbalken, Karte 3 Farbwörter in widersprechender Farbe, alle im gewählten Farbset. Die Reihenfolge wird bei jedem Druck neu gemischt.

Gelesen wird laut, Spalte für Spalte von oben nach unten, während eine zweite Person die Zeit je Karte stoppt. So arbeitete auch Stroop. Die Differenz zwischen Karte 3 und Karte 2 entspricht der Interferenz der Papierfassung. Nötig ist ein Farbdrucker. Die Druckfarben sind dunkler als am Bildschirm, damit Gelb auf weißem Papier sichtbar bleibt.

Kann ein solcher Test ADHS erkennen?

Nein. Dieses Spiel erkennt weder ADHS noch Demenz oder andere Erkrankungen, und es vergleicht kein Ergebnis mit einer Altersgruppe. Ohne Normwerte und ohne Fachperson lässt sich ein solcher Wert nicht klinisch deuten.

In der neuropsychologischen Diagnostik gibt es dafür standardisierte Verfahren. Ein deutsches Verfahren dieser Art ist der Farbe-Wort-Interferenztest (FWIT) von Günther Bäumler, erschienen 1985 bei Hogrefe. Laut Verlag reicht er von zehn Jahren bis ins hohe Alter, dauert rund zehn Minuten und erfasst Nomination und Selektivität.

Bestellen können den FWIT nur Personen mit Nachweis der Bezugsberechtigung. Seine Normwerte erlauben einen Vergleich mit Gleichaltrigen; das Spiel hier hat keine und ist keine Fassung dieses Tests. Eine Untersuchung der Aufmerksamkeit führen Fachleute durch, die Testergebnisse, Vorgeschichte und weitere Verfahren gemeinsam bewerten.

Häufige Fragen

Was misst der Stroop-Test?

Er misst, wie viel langsamer Sie eine Schriftfarbe benennen, wenn das Wort eine andere Farbe nennt. Dahinter steht die Fähigkeit, eine automatische Antwort zurückzuhalten. Das Spiel gibt diesen Wert als Differenz zweier Mediane in Millisekunden und in Prozent aus, ohne Vergleich mit anderen Menschen.

Gibt es den Test auf Deutsch?

Ja, alle Farbwörter erscheinen hier auf Deutsch: ROT, GRÜN, BLAU, GELB, ORANGE und LILA. Die Sprache macht einen Unterschied. Laut MacLeods Überblick erreicht die Interferenz zwischen zwei Sprachen einer zweisprachigen Person nur etwa 75 % der Interferenz innerhalb einer Sprache. Zudem stört die stärkere Sprache mehr, deshalb zeigen Farbwörter der Muttersprache den Effekt am deutlichsten.

Wie lange dauert ein Durchgang?

Mit 24 Aufgaben je Teil sind es 72 Antworten. Bei den Zeiten des Rechenbeispiels kommen dafür rund 52 Sekunden reine Antwortzeit zusammen, dazu die Starts der drei Teile. Mit 12 Aufgaben geht es schneller, mit 48 werden die Mediane stabiler. Die Challenge hat eine feste Dauer.

Kann man den Stroop-Effekt wegtrainieren?

Nicht ganz. MacLeods Überblick über rund ein halbes Jahrhundert Forschung kommt zu dem Schluss, dass Übung die Interferenz verringert, aber nicht immer und nicht auf null. Bessere Werte nach mehreren Runden spiegeln auch die Gewöhnung an Tasten und Ablauf.

Was ist, wenn ich farbenblind bin?

Das Spiel setzt sicheres Farbensehen voraus. Laut gesund.bund.de haben etwa 8 % aller Männer und 0,4 % aller Frauen eine Farbsinnstörung. Bei Rot-Grün-Schwäche misst der dritte Teil vor allem das Unterscheiden der Farben, nicht die Interferenz; auch Stroop schloss 1935 eine solche Person aus. Wie fein Sie Farbtöne unterscheiden, zeigt Farben unterscheiden.

Warum heißt die sechste Farbe lila und nicht violett?

Weil lila im Alltag das gängige Wort ist. Der Duden beschreibt es als fliederblau oder hellviolett und führt es ohne Beugung; Formen wie „lilanes“ gelten nicht als standardsprachlich. Auf der Spielfläche erscheint die Farbe deshalb als helles Violett. Für den Effekt zählt das Wort, das beim Lesen ohne Nachdenken verstanden wird.

Funktioniert der Test am Handy?

Ja. Der Stroop-Test online läuft im Browser von Smartphone, Tablet und Computer, gezählt wird schon das Antippen. Wird die Seite verdeckt, etwa durch einen Anruf oder die Bildschirmsperre, pausiert der Durchgang. Danach erscheint dieselbe Aufgabe mit neuer Zeitmessung. Werte verschiedener Geräte sind nur grob vergleichbar.

Kann der Interferenzwert negativ sein?

Ja, rechnerisch. Ist der Median der Wörter in fremder Farbe kleiner als der Median der Balken, wird die Differenz negativ. Das passiert eher bei wenigen Aufgaben, wenn einzelne Zeiten den Median stark bewegen. Mit 48 Aufgaben je Teil schwanken die Werte weniger.

Quellen

Die Zahlen und Regeln auf dieser Seite wurden am anhand dieser Veröffentlichungen geprüft.

  1. Farbenblindheit: Anzeichen und Diagnostik(öffnet in einem neuen Tab)

    gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit mit dem IQWiG)

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