Lärmampel online
Lärmampel für die Klasse im Browser: Grün, Gelb und Rot nach einem Grenzwert in dB(A), Countdown, Werte der Stunde und Kalibrierung, ohne App.
Die Ampel schätzt über das Mikrofon den Schallpegel im Raum in dB(A) und schaltet von Grün über Gelb auf Rot, sobald die Klasse einen gewählten Grenzwert erreicht. Voreingestellt sind 68 dB(A) für Einzelarbeit; die Anzeige „Stabil“ übergeht kurze Geräusche. Ohne Kalibrierung mit einem Schallpegelmesser bleibt jeder Wert eine Schätzung, aufgenommen wird nichts.
Keine Messung
Schätzwert: nicht kalibriert
Grenzwert 68 dB(A)
Der Schall wird auf diesem Gerät gemessen. Nichts wird aufgenommen, gespeichert oder gesendet; nur eine gespeicherte Kalibrierung bleibt in diesem Browser.
Einstellungen
Ab diesem Pegel wird die Ampel rot.
Anzeige
Fast und Slow sind die Zeitbewertungen eines Schallpegelmessers mit 0,125 s und 1 s. Stabil nimmt den mittleren Wert der letzten 5 s, damit ein Husten oder ein heruntergefallenes Buch die Ampel nicht rot macht.
Frequenzbewertung
Zahl in der Anzeige
Warnton
Diese Sitzung
Nach dem Start des Mikrofons erscheinen hier die Werte der Sitzung.
Mit einem Schallpegelmesser kalibrieren
Nicht kalibriert: Die Vollaussteuerung gilt als 120 dB, ein typischer Wert für Mikrofone in Handys und Laptops. Alle Werte sind deshalb Schätzungen.
Das Gerät neben einen kalibrierten Schallpegelmesser legen, der auf A-Bewertung und Slow steht, und ein gleichmäßiges Geräusch abspielen, das sich gut ablesen lässt, etwa Regenrauschen aus einem Lautsprecher. Den Messwert eintippen und auf „Kalibrieren“ drücken. Der Offset bleibt nur in diesem Browser gespeichert.
Für den Abgleich mit einem Messgerät zuerst das Mikrofon starten.
Tages-Lärmexpositionspegel
Bis zu vier Abschnitte eines Arbeitstags eintragen, jeweils mit Pegel in dB(A) und Stunden. Das Ergebnis ist der Tages-Lärmexpositionspegel, den die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung mit ihren Auslösewerten vergleicht.
Tages-Lärmexpositionspegel (LEX,8h)
70,0 dB(A)
- Im Vergleich zu den Auslösewerten
- Unter dem unteren Auslösewert
- Unterer Auslösewert
- 80 dB(A)
- Oberer Auslösewert
- 85 dB(A)
- Maximal zulässiger Expositionswert (am Ohr, mit Gehörschutz)
- 85 dB(A)
- Erstellt und an den Quellen geprüft von Muhammad Abdullah Awais
- Zuletzt geprüft am
- 20 Quellen
- Methodik
Diese Lärmampel online läuft direkt im Browser. Sie hört über das Mikrofon von Laptop, Tablet oder Handy mit und zeigt der Klasse in Grün, Gelb und Rot, wie laut es gerade ist. Dazu kommen Grenzwerte je Arbeitsform, ein Countdown, die Werte der Stunde und eine Schätzung der täglichen Lärmbelastung für Lehrkräfte. Kostenlos, ohne App und ohne Konto.
Wie funktioniert eine Lärmampel?
Eine Lärmampel vergleicht den Geräuschpegel im Raum fortlaufend mit einem Grenzwert und zeigt das Ergebnis als Farbe. Liegt der Pegel deutlich darunter, leuchtet Grün. Nähert er sich der Grenze, folgt Gelb, ab dem Grenzwert selbst Rot. So sieht die Klasse ohne Zahl und ohne Ermahnung, ob ihre Lautstärke zur Arbeitsform passt. Eine Lautstärkeampel als Gerät arbeitet nach demselben Prinzip, nur mit eigenem Mikrofon.
Die Ampel auf dieser Seite misst mit dem eingebauten oder einem angeschlossenen Mikrofon. Sie gewichtet den Schall nach der A-Bewertung, wie es ein Schallpegelmesser tut, und schätzt daraus einen Pegel in dB(A). Voreingestellt ist ein Grenzwert von 68 dB(A) für Einzelarbeit mit leisen Gesprächen. Der gelbe Bereich beginnt 5 dB darunter. Die Anzeige „Stabil“ nimmt den Median der letzten 5 s. Ein Husten oder ein fallendes Lineal färbt die Ampel deshalb nicht rot, wohl aber ein Raum, der laut bleibt.
Ohne Kalibrierung ist jede Zahl eine Schätzung, denn jedes Mikrofon ist anders empfindlich. Für die Farben reicht das, weil sich der Grenzwert mit einem Klick aus dem Raum selbst übernehmen lässt. Ein Abgleich mit einem Schallpegelmesser macht die Werte belastbarer. Aufgenommen, gespeichert oder gesendet wird dabei nichts, denn der Ton bleibt im Gerät und wird dort nur zu Pegeln verrechnet.
Die Unfallkasse Berlin deutet die Farben solcher Ampeln in ihrer Broschüre „Auf dem Weg zur leisen Kita“ ähnlich. Grün steht dort für angenehm, Gelb für einen gesteigerten Lärmpegel, Rot für zu laut. Feste Dezibelwerte für die Farben schreibt keine Vorschrift vor, deshalb lässt sich jede Grenze hier frei wählen.
Für die ganze Klasse sichtbar wird die Anzeige im Vollbildmodus. Über einen Beamer oder eine digitale Tafel füllt sie die Fläche; im Querformat steht das Licht neben dem Text, im Hochformat darüber. Auf dem iPhone legt sich stattdessen eine dunkle Fläche über die Seite. Wo der Browser es unterstützt, bleibt der Bildschirm während der Messung wach. Die Leertaste pausiert, F öffnet das Vollbild, die Pfeiltasten verschieben den Grenzwert um je ein Dezibel, und Esc beendet das Vollbild.
Die Ampel für Stillarbeit oder Gruppenarbeit einstellen
Für Stillarbeit oder eine Klassenarbeit legt die Ampel die Schwelle für Rot auf 50 dB(A), für Gruppenarbeit auf 76 dB(A). Diese Voreinstellungen sind eine eigene Festlegung dieser Seite. Jede liegt einige Dezibel über dem Pegel, den die Übersichtsarbeit von Shield, Greenland und Dockrell aus dem Jahr 2010 für die jeweilige Tätigkeit in Grundschulklassen nennt. Arbeitet die Klasse wie geplant, bleibt die Ampel so grün.
| Arbeitsform | Schwelle für Rot | Pegel laut Übersichtsarbeit (LAeq) |
|---|---|---|
| Stillarbeit oder Klassenarbeit | 50 dB(A) | 44 dB |
| Leises Lesen | 60 dB(A) | 56 dB |
| Einzelarbeit, leise Gespräche | 68 dB(A) | 65 dB |
| Gruppenarbeit | 76 dB(A) | 70 bis 77 dB |
| Praktisches Arbeiten oder Spielen | 80 dB(A) | keine Angabe |
Die Schaltfläche „Grenzwert aus dem Raum übernehmen“ legt die Grenze 3 dB über den stabilen Pegel, der gerade gemessen wird. Gedacht ist sie für einen Moment, in dem die Klasse so arbeitet, wie es passt, etwa mit Flüstern in der Einzelarbeit. Das funktioniert mit jeder Anzeige, auch mit Fast oder Slow. Eine eigene Grenze reicht von 30 dB(A) bis 110 dB(A), der gelbe Bereich von 1 dB bis 20 dB darunter.
Viele Ampeln aus dem Handel haben einen Regler für die Empfindlichkeit, mit Stufen ohne Einheit. Hier steht die Schwelle in Dezibel, sodass derselbe Wert morgen dasselbe bedeutet, solange dasselbe Gerät misst. Liegt schon der Ruhepegel des Raums nahe an der Grenze, etwa durch Lüftung oder Straßenlärm, bleibt die Ampel dauerhaft gelb. Dann passt eine höhere Grenze oder ein schmalerer gelber Bereich besser zum Raum.
Als akustisches Signal spielt die Seite auf Wunsch einen kurzen Gong aus zwei Tönen, sobald die Ampel neu auf Rot springt. Handys, die es zulassen, vibrieren dazu. Den eigenen Gong rechnet die Messung nicht mit. Ab Werk ist der Warnton aus.
Dezibel messen online mit dem Mikrofon
Zum Lautstärke messen braucht die Seite die Mikrofonfreigabe im Browser. Ein Klick auf „Mikrofon starten“ löst die Abfrage aus. Solange das Mikrofon läuft, zeigt der Browser sein Aufnahmesymbol, und „Mikrofon ausschalten“ gibt es wieder frei. Hat das Gerät mehr als ein Mikrofon, etwa zusätzlich ein USB-Mikrofon, erscheint eine Auswahl.
Aus dem Signal wird dann ein Schallpegel. Die Web-Audio-Schnittstelle des W3C liefert das Frequenzspektrum von Blöcken mit 4.096 Abtastwerten, bei 48 kHz rund 85 Millisekunden. Jede Frequenz wird nach der A-Bewertung der Norm IEC 61672-1 gewichtet und danach wieder zu einem Pegel zusammengezählt. Die A-Bewertung bildet nach, dass das Ohr tiefe Töne bei gleichem Schalldruck leiser wahrnimmt. Ein Ton mit 100 Hz geht mit -19,1 dB ein, einer mit 1 kHz mit 0 dB, einer mit 2 kHz mit +1,2 dB.
Das Dezibel ist ein logarithmisches Maß: 3 dB mehr bedeuten die doppelte Schallenergie, 10 dB mehr die zehnfache. Der Browser misst zunächst in dBFS, also in Dezibel bezogen auf die digitale Vollaussteuerung. 0 dBFS ist das stärkste Signal, das der Wandler darstellen kann. Ein Offset übersetzt das in dB(A). Voreingestellt steht die Vollaussteuerung für 120 dB, denn digitale MEMS-Mikrofone wie das ICS-43434 von TDK InvenSense sind mit -26 dBFS bei 94 dB angegeben.
Die Zeitbewertungen Fast und Slow stammen aus derselben Norm, mit 0,125 s und 1 s. Nach dem Ende eines Geräuschs fällt Fast um 34,7 dB pro Sekunde, Slow nur um 4,3 dB. Die dritte Einstellung, „Stabil“, ist eine eigene Festlegung dieser Seite. Sie nimmt den Median der Fast-Werte aus den letzten 5 s, also den statistischen Pegel L50. Die Z-Bewertung lässt schließlich alle Frequenzen ungewichtet.
Kann man mit dem Handy Dezibel messen?
Ja, als Schätzung. Handy, Tablet und Laptop zeigen verlässlich, ob es lauter oder leiser wird, ihr absoluter Wert kann aber mehrere Dezibel danebenliegen. Kardous und Shaw vom US-Arbeitsschutzinstitut NIOSH sahen sich 2014 mehr als 130 iOS-Apps an und prüften 10 davon, dazu 4 von 62 Android-Apps. Die zwei genauesten Apps lagen A-bewertet im Mittel innerhalb von 0,52 dB, zwei weitere innerhalb von 2 dB.
Die Unterschiede beginnen beim Mikrofon. Laut ihren Datenblättern liegen das ICS-43434 von TDK InvenSense und das IM69D130 von Infineon in der Empfindlichkeit 10 dB auseinander. Gehäuse, Treiber und Betriebssystem verschieben den Wert zusätzlich. Mit kalibrierten externen Mikrofonen kamen Kardous und Shaw 2016 auf Abweichungen innerhalb von 1 dB. Für seine eigene App unter iOS gibt das NIOSH eine Genauigkeit von 2 dB an.
Hinzu kommt die Sprachverarbeitung, die Browser für Videotelefonate mitbringen. Die Seite bittet den Browser, Echounterdrückung, Rauschunterdrückung und automatische Verstärkung abzuschalten; die W3C-Spezifikation „Media Capture and Streams“ sieht dafür eigene Schalter vor. Nicht jeder Browser bietet alle drei an. Bestätigt der Browser nicht, dass alle drei aus sind, erscheint ein Hinweis, dass der Pegel weniger zuverlässig sein kann. Ob Betriebssystem oder Hardware zusätzlich regeln, lässt sich im Browser nicht prüfen.
Eine Kalibrierung gleicht diese Unterschiede für ein Gerät aus. Sie ersetzt den angenommenen Offset durch einen, der zu diesem Mikrofon passt, und braucht vier Schritte.
- Ein Schallpegelmessgerät auf A-Bewertung und Slow stellen und direkt neben das Gerät legen.
- Ein gleichmäßiges, gut hörbares Geräusch abspielen, etwa Regenrauschen aus einem Lautsprecher, und das Mikrofon starten.
- Den Wert des Messgeräts eintippen und „Kalibrieren“ wählen. Der Offset ist dann dieser Wert minus dem aktuellen Slow-Pegel in dBFS.
- Der Offset muss zwischen 60 dB und 160 dB liegen und bleibt nur in diesem Browser gespeichert. Ein Wert aus einem Datenblatt lässt sich auch direkt eintippen.
Auch kalibriert bleibt die Seite eine Lernhilfe und kein Messgerät. Die Norm IEC 61672-1 teilt Schallpegelmesser in Klasse 1 und Klasse 2 ein, wobei Klasse 2 weitere Toleranzen erlaubt. Für eine genaue Messung der Lärmexposition verlangt das Arbeitsblatt IFA-LSA 01-400 der DGUV ein Gerät der Klasse 1. Eine solche Klasse beansprucht diese Seite nicht, und ein Handy wird durch den Abgleich auch nicht geeicht.
Lautstärke im Klassenzimmer: Messwerte und Maßstäbe
In Grundschulklassen liegen die Mittelungspegel während des Unterrichts oft zwischen 70 und 77 dB(A). Das berichten Klatte, Meis, Nocke und Schick 2002 im Forschungsmagazin EINBLICKE der Universität Oldenburg. Im Sportunterricht treten nach ihrem Bericht mitunter Pegel von 90 bis 100 dB(A) auf. Damit Sprache gut verständlich bleibt, sollte die Stimme der Lehrkraft nach ihren Angaben 10 bis 15 dB über dem Störgeräusch liegen.
Die Sprachverständlichkeit hängt also am Abstand zwischen Stimme und Hintergrund. Die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt in ihren Guidelines for Community Noise von 1999 für anspruchsvolle Inhalte in der Schule mindestens 15 dB Abstand. Ruhiges Sprechen erreicht in einem Meter Entfernung 45 bis 50 dB(A), Rufen liegt etwa 30 dB darüber.
Wie laut eine Klasse wird, hängt auch von der Raumakustik ab. Die Nachhallzeit gibt an, wie lange ein Geräusch im Raum nachklingt; ist sie lang, verschwimmt Sprache. Die ASR A3.7 nennt für belegte Unterrichtsräume eine Soll-Nachhallzeit, die mit dem Raumvolumen wächst, für 210 m³ etwa 0,6 s. Die WHO gibt für Klassenräume rund 0,6 s an. Mit der Hörsamkeit von Räumen befasst sich zudem die Norm DIN 18041.
Für Lehrkräfte setzt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 Maßstäbe am Arbeitsplatz. Tätigkeiten mit hoher Konzentration oder hoher Sprachverständlichkeit gehören zur Tätigkeitskategorie I mit einem Beurteilungspegel von höchstens 55 dB(A). Als Beispiel nennt die Regel ausdrücklich „Prüfungen im akademischen oder schulischen Bereich“. Der Mittelungspegel der Ampel ist mit diesem Wert vergleichbar, aber kein Beurteilungspegel. Dieser kann Zuschläge enthalten, folgt einem eigenen Verfahren und erfasst nur Tätigkeiten, die mindestens eine Stunde am Tag dauern.
Die 35 dB(A), die die ASR A3.7 für den Klassenraum empfiehlt, sind dagegen kein Ziel für eine arbeitende Klasse. Sie betreffen Hintergrundgeräusche, also Lärm von außen und aus der Haustechnik wie der Lüftung, ohne die Geräusche des Unterrichts. Ebenso meint die WHO mit 35 dB den Hintergrundpegel während des Unterrichts. Mit diesen Werten wird ein Raum geplant und geprüft, keine Unterrichtsstunde bewertet.
Lärmschutz für Lehrkräfte: Auslösewerte und Tagespegel
Für Lehrkräfte gilt beim Lärm die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV). Sie vergleicht den Tages-Lärmexpositionspegel LEX,8h, die auf eine Achtstundenschicht bezogene Lärmbelastung, mit zwei Auslösewerten. Nach § 6 liegt der untere bei 80 dB(A), der obere bei 85 dB(A). Für Spitzenschalldruckpegel gelten 135 dB(C) und 137 dB(C). Ein getragener Gehörschutz zählt dabei nicht mit.
Anders die maximal zulässigen Expositionswerte nach § 8 Abs. 2: 85 dB(A) und 137 dB(C) gelten am Ohr, also mit der Wirkung des Gehörschutzes. Wird der untere Auslösewert überschritten, stellt der Arbeitgeber Gehörschutz zur Verfügung. Erreicht oder überschreitet die Belastung den oberen, sorgt er dafür, dass die Beschäftigten ihn tragen.
Eine deutsche Besonderheit steht in § 2 Abs. 9: Schülerinnen und Schüler, Studierende und andere in Ausbildungseinrichtungen tätige Personen stehen den Beschäftigten gleich. Die Verordnung schützt damit auch die Klasse, nicht nur die Lehrkraft. Nach § 3 Abs. 3 sind in der Gefährdungsbeurteilung außerdem störende Wirkungen von Lärm zu berücksichtigen, wenn eine Tätigkeit hohe Konzentration und Aufmerksamkeit verlangt.
Die TRLV Lärm der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hält fest, dass extra-aurale Wirkungen, also Wirkungen außerhalb des Gehörs, schon deutlich unter 80 dB(A) auftreten können. Eine Lärmschwerhörigkeit, also ein bleibender Hörverlust durch Lärm, sollen die Auslösewerte verhindern. Die Unfallkasse Berlin schreibt, dass die üblichen Durchschnittspegel in Kitas keinen bleibenden Hörschaden befürchten lassen. Belastend bleibt der Lärm trotzdem: In einer Befragung, über die Klatte und Kollegen berichten, nannten 75 % der Lehrkräfte Lärm eine erhebliche Belastung.
Mit dem Lärm steigt auch die Stimme. Diesen Lombard-Effekt maßen Bottalico, Passione, Graetzer und Hunter 2017: Unterhalb von etwa 43,3 dB(A) Hintergrundlärm hob sich die Stimme um 0,24 dB je Dezibel Lärm, darüber um 0,65 dB. Eine laute Klasse bringt so auch die Lehrkraft dazu, lauter zu sprechen.
Eine Schätzung liefert der Bereich „Tages-Lärmexpositionspegel“ unter der Ampel. Er nimmt bis zu 4 Abschnitte eines Tages mit Pegel und Stunden; „Mittelungspegel dieser Sitzung für Abschnitt 1 übernehmen“ setzt den Wert der laufenden Sitzung ein. Jeder Abschnitt zählt mit seinem Anteil an 8 Stunden und mit seiner Schallenergie, wie es das Arbeitsblatt IFA-LSA 01-400 der DGUV beschreibt. 5 Stunden bei 72 dB(A), einem Wert aus der Oldenburger Spanne, ergeben 70,0 dB(A). Das liegt unter dem unteren Auslösewert.
Anders im Sport: 2 Stunden bei 90 dB(A) und 3 Stunden bei 72 dB(A) ergeben 84,1 dB(A), also einen Wert zwischen dem unteren und dem oberen Auslösewert. Bei 90 dB(A) ist der untere Auslösewert schon nach 0,8 Stunden erreicht, der obere nach 2,53 Stunden. Weil jede Halbierung der Zeit 3 dB mehr erlaubt, entsprechen auch 83 dB(A) über vier Stunden dem unteren Auslösewert.
Das Arbeitsblatt der DGUV rechnet als Beispiel 2 eine Schicht von 7 Stunden mit vier Pegeln von 75 bis 98 dB(A) durch und kommt auf 88,5 dB(A). Der Rechner landet beim selben Wert, wie die Referenzfälle zeigen. Ein Gerät auf dem Pult misst allerdings nicht am Ohr, und ohne Kalibrierung ist schon der Pegel geschätzt. Das Ergebnis ist eine Orientierung und ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung.
Mittelungspegel, Maximalpegel und Zeit über dem Grenzwert
Während die Ampel läuft, sammelt sie die Werte der Sitzung. Dazu gehören die gemessene Zeit, der Mittelungspegel Leq, der höchste Fast-Pegel und die Anteile von Grün, Gelb und Rot. Hinzu kommt, wie oft die Ampel rot wurde und wie lange die längste Phase ohne Rot dauerte. Ein Diagramm zeigt den Verlauf der letzten 2 Minuten mit der Grenze.
Der Mittelungspegel ist ein energetischer Mittelwert, kein Durchschnitt der angezeigten Zahlen. Laute Minuten wiegen darin schwerer als leise. Läuft eine Stunde je zur Hälfte bei 60 und bei 70 dB(A), ergibt das nicht 65 dB(A), sondern 67,4 dB(A). Zwei gleich laute Quellen zusammen sind ebenfalls nur 3 dB lauter als eine.
Der Maximalpegel ist der höchste Fast-Wert der Sitzung. Ein zugeschlagenes Buch kann ihn bestimmen, ohne dass die Ampel rot wurde. Als neues Mal über der Grenze zählt Rot erst, wenn die Ampel zuvor mindestens 2 s lang nicht rot war. Ein Pegel, der an der Grenze pendelt, zählt so nur einmal. „Neue Sitzung“ setzt alle Werte zurück.
Ein Countdown mit 5, 10, 15, 20, 30, 45 oder 60 Minuten begrenzt die Messung auf eine Arbeitsphase. Er zählt die gemessene Zeit; bei null pausiert die Ampel und meldet, dass die Zeit um ist, mit Gong, wenn der Warnton an ist. Soll ein Referat in genau diese Minuten passen, schätzt der Redezeit-Rechner, wie viele Wörter das sind. „Ergebnis kopieren“ legt eine kurze Zusammenfassung in die Zwischenablage.
Datenschutz: Was mit dem Ton geschieht
Der Ton wird nur lokal im Browser ausgewertet. Das Mikrofon speist einen Analysator in der Seite selbst, der daraus Pegel berechnet. Eine Aufnahme entsteht dabei nicht, und nichts geht an einen Server.
Ein geteilter Link enthält nur Einstellungen: Grenzwert, gelben Bereich, Anzeige, Frequenzbewertung, Zahl, Warnton, Countdown und die Abschnitte des Tagespegels. Ein Geräusch steckt nie darin. Im lokalen Speicher dieses Browsers bleibt allein eine gespeicherte Kalibrierung, mit Offset, Datum und Art des Abgleichs. „Zurück zum Standard“ löscht sie.
Auf dieser Website dürfen nur die Seiten dieses Tools das Mikrofon anfordern; die Sicherheitsrichtlinie des Servers sperrt es überall sonst. Der Browser fragt vor dem ersten Zugriff nach und zeigt sein Aufnahmesymbol, solange das Mikrofon läuft. Aus dem Klassenraum verlässt so kein Ton das Gerät.
Häufige Fragen
Wird der Ton aufgenommen oder gespeichert?
Nein, nichts wird aufgezeichnet. Der Browser berechnet aus dem Mikrofonsignal nur Pegel und Farben; der Klang selbst wird weder gespeichert noch gesendet. Erhalten bleibt allein eine Kalibrierung, wenn sie gespeichert wurde, und zwar nur in diesem Browser.
Brauche ich eine App oder ein Konto?
Nein. Die Lärmampel online läuft in einer aktuellen Version von Chrome, Edge, Firefox oder Safari, auf Laptop, Tablet, Handy oder dem Rechner am Beamer. Das Mikrofon funktioniert nur auf einer sicheren https-Seite und erst nach der Freigabe. Ein Konto gibt es nicht.
Der Beamer-PC hat kein Mikrofon: was nun?
Ein USB-Mikrofon oder eine Webcam mit Mikrofon lässt sich anschließen; kennt das Gerät mehr als ein Mikrofon, erscheint unter der Ampel eine Auswahl. Alternativ läuft die Ampel auf einem Laptop oder Tablet mit eingebautem Mikrofon, dessen Bild per Kabel oder Bildschirmübertragung auf den Beamer geht. Ein Offset passt nur zu dem Mikrofon, mit dem er ermittelt wurde.
Warum wird die Ampel bei einem Husten nicht rot?
Weil „Stabil“ voreingestellt ist. Sie zeigt den Median der Fast-Werte aus den letzten 5 s, und ein kurzer Knall verschiebt den Median kaum. Erst wenn der Raum mehr als die Hälfte dieser Zeit über der Grenze liegt, springt die Ampel auf Rot. Mit Fast reagiert sie dagegen sofort auf jedes Geräusch.
Bringt eine Lärmampel etwas?
Eine Studie, die eine Wirkung auf den Lärm im Unterricht belegt, liegt dieser Seite nicht vor. Die Unfallkasse Berlin beschreibt die Ampel als Hilfe, die Lautstärke sichtbar macht, und betont, dass sie die Kinder nicht ruhigstellen soll. Die Werte der Sitzung zeigen immerhin, wann und wie lange es laut wurde.
Was ist der Unterschied zwischen dB und dBFS?
dB(A) bezieht sich auf den Schalldruck in der Luft, dBFS auf die digitale Vollaussteuerung des Wandlers. 0 dBFS ist das stärkste darstellbare Signal, alles darunter ist negativ. Welchem Schalldruck 0 dBFS entspricht, hängt vom Mikrofon ab: beim ICS-43434 120 dB, beim IM69D130 130 dB. Der Offset der Kalibrierung übersetzt das eine ins andere.
Fast oder Slow: welche Anzeige passt?
Fast folgt dem Pegel mit 0,125 s und zeigt jedes Klatschen. Slow glättet mit 1 s und eignet sich zum Ablesen gleichmäßiger Geräusche, etwa beim Kalibrieren. Für die Klasse ist „Stabil“ voreingestellt, weil es kurze Ausreißer übergeht. Den Grenzwert aus dem Raum übernimmt die Ampel mit jeder Anzeige.
Ab wie viel Dezibel ist Lärm schädlich?
Das US-Institut NIDCD hält einen Hörverlust bei 70 dB(A) oder weniger für unwahrscheinlich. Lange oder wiederholte Belastung ab 85 dB(A) kann das Gehör ihm zufolge schädigen. Am Arbeitsplatz setzt die LärmVibrationsArbSchV die Auslösewerte bei 80 dB(A) und 85 dB(A) als Tagespegel. Die TRLV Lärm weist auf extra-aurale Wirkungen auch deutlich darunter hin.
Geprüft an festen Ergebnissen
Für jeden Fall unten steht das Ergebnis durch die Quelle fest oder ist von Hand aus ihr nachgerechnet. Das Tool rechnet ihn bei jeder Veröffentlichung nach, und eine Seite, die abweicht, geht nicht online.
7-Stunden-Schicht: 120 Minuten bei 75 dB, 30 Minuten bei 98 dB, 180 Minuten bei 85 dB, 90 Minuten bei 90 dB (IFA-LSA 01-400, Beispiel 2: 88,5 dB(A))
- Erwartet
- 88,5 dB(A)
- Dieses Tool
- 88,5 dB(A)
Amtlicher Wert: Beurteilung der Lärmexposition nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (IFA-LSA 01-400)(öffnet in einem neuen Tab)Fall öffnen
10 Stunden bei 79 dB (IFA-LSA 01-400, Beispiel 1: gerundet 80 dB(A))
- Erwartet
- 80,0 dB(A)
- Dieses Tool
- 80,0 dB(A)
Berechnet nach: Beurteilung der Lärmexposition nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (IFA-LSA 01-400)(öffnet in einem neuen Tab)Fall öffnen
5 Stunden bei 102 dB und 3 Stunden bei 83 dB (IFA-LSA 01-400, Gießerei-Maurer: gerundet 100 dB(A))
- Erwartet
- 100,0 dB(A)
- Dieses Tool
- 100,0 dB(A)
Berechnet nach: Beurteilung der Lärmexposition nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (IFA-LSA 01-400)(öffnet in einem neuen Tab)Fall öffnen
Quellen
Die Zahlen und Regeln auf dieser Seite wurden am anhand dieser Veröffentlichungen geprüft.
- Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV)(öffnet in einem neuen Tab)
Bundesministerium der Justiz
- Beurteilung der Lärmexposition nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (IFA-LSA 01-400)(öffnet in einem neuen Tab)
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), IFA
- Technische Regeln für Arbeitsstätten: Lärm (ASR A3.7)(öffnet in einem neuen Tab)
Ausschuss für Arbeitsstätten, via BGN
- TRLV Lärm, Teil 1: Beurteilung der Gefährdung durch Lärm(öffnet in einem neuen Tab)
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
- Akustik in Schulen: Könnt ihr denn nicht zuhören?! (Klatte, Meis, Nocke und Schick, 2002)(öffnet in einem neuen Tab)
Universität Oldenburg, EINBLICKE Nr. 35
- Auf dem Weg zur leisen Kita(öffnet in einem neuen Tab)
Unfallkasse Berlin
- IEC 61672-1:2013 Electroacoustics: Sound level meters, Part 1: Specifications(öffnet in einem neuen Tab)
International Electrotechnical Commission (IEC)
- Evaluation of smartphone sound measurement applications (Kardous and Shaw, 2014)(öffnet in einem neuen Tab)
Journal of the Acoustical Society of America, via PubMed Central
- Evaluation of smartphone sound measurement applications using external microphones: A follow-up study (Kardous and Shaw, 2016)(öffnet in einem neuen Tab)
Journal of the Acoustical Society of America, via PubMed Central
- NIOSH Sound Level Meter App(öffnet in einem neuen Tab)
National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH)
- Noise levels by decibels (chart)(öffnet in einem neuen Tab)
National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH)
- Noise-Induced Hearing Loss(öffnet in einem neuen Tab)
National Institute on Deafness and Other Communication Disorders (NIDCD)
- Guidelines for community noise (Berglund, Lindvall and Schwela, 1999)(öffnet in einem neuen Tab)
World Health Organization (WHO)
- Evaluation of the starting point of the Lombard effect (Bottalico, Passione, Graetzer and Hunter, 2017)(öffnet in einem neuen Tab)
Acta Acustica united with Acustica, via PubMed Central
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