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Backofen-Umrechner

Ober-/Unterhitze in Umluft und zurück, dazu Gasstufe, britische Gas Mark und Fahrenheit: mit einstellbarem Abzug für Umluft, Tabelle und Quellen.

Umluft wird meist um 20 °C niedriger eingestellt als Ober-/Unterhitze, weil bewegte Luft die Wärme schneller an das Backgut abgibt. Aus 180 °C Ober-/Unterhitze werden so 160 °C Umluft, umgekehrt kommt der Abzug dazu. Die Verbraucherzentrale NRW nennt 20 °C bis 30 °C. Die Angabe in der Bedienungsanleitung des eigenen Backofens geht jeder Faustregel vor.

Heizart oder Skala, in der das Rezept die Temperatur nennt

Meist 20 °C, laut Verbraucherzentrale NRW bis 30 °C; die Bedienungsanleitung geht vor

Umluft/Heißluft

160 °C

Ober-/Unterhitze
180 °C
Gasstufe
Gasstufe 3
Gas Mark
Gas Mark 4
Fahrenheit
356 °F

O/U-HitzeUmluftGasstufeGas Mark
150 °C130 °C12
160 °C140 °C23
170 °C150 °C23
180 °C160 °C34
190 °C170 °C35
200 °C180 °C46
210 °C190 °C46
220 °C200 °C57
230 °C210 °C58
240 °C220 °C69

Wer Umluft und Ober-/Unterhitze umrechnen will, gibt die Temperatur aus dem Rezept ein und erhält die Einstellung für die andere Heizart, in beide Richtungen. Dazu kommen Gasstufen älterer Gasherde, die britische Gas Mark und Fahrenheit aus amerikanischen Rezepten. Der Abzug für Umluft ist einstellbar. Stand 5. Oktober 2026.

Die 20-Grad-Regel und ihre Spanne

Ober-/Unterhitze ist die klassische Beheizung des Backofens. Zwei Heizelemente, eines oben und eines unten im Garraum, strahlen Wärme ab. Bei Umluft wälzt zusätzlich ein Ventilator in der Rückwand die heiße Luft um. Bewegte Luft gibt Wärme schneller an Teig und Fleisch ab, deshalb genügt eine niedrigere Einstellung. Neff nennt dafür etwa 20 °C weniger, und Bosch-Rezepte rechnen genauso: 180 °C Ober-/Unterhitze, 160 °C Umluft. Die Verbraucherzentrale NRW gibt eine Spanne von 20 °C bis 30 °C an. Für den Rückweg wird der Abzug addiert. Alle Werte gelten in Grad Celsius, der Einheit auf deutschen Backöfen. Die Regel ist eine Erfahrungsgröße und keine Norm. In den Backtabellen von Gaggenau stehen beide Heizarten für dasselbe Gericht oft auf gleicher oder nur wenig verschiedener Temperatur.

Im Rechner ist der Abzug deshalb ein eigenes Feld mit dem Startwert 20 °C; erlaubt sind 0 °C bis 40 °C. Mit 30 °C ergibt dasselbe Rezept 150 °C. Abgeglichen sind die Ergebnisse mit Rezeptangaben von Bosch und der Tabelle von Neff, siehe geprüfte Fälle.

Umluft-Einstellung bei 20 °C und 30 °C Abzug
Ober-/UnterhitzeUmluft, 20 °C wenigerUmluft, 30 °C weniger
160 °C140 °C130 °C
180 °C160 °C150 °C
200 °C180 °C170 °C
220 °C200 °C190 °C

Ist Heißluft dasselbe wie Umluft?

Im Alltag meist ja, technisch nicht ganz. Neff beschreibt Umluft als herkömmliche Ober-/Unterhitze, kombiniert mit einem Ventilator, der die heiße Luft im Garraum umwälzt. Bei Heißluft erwärmt dagegen ein Ringheizkörper rund um den Ventilator in der Rückwand die Luft direkt.

Viele Rezepte verwenden beide Wörter für dieselbe Einstellung, und auch das EU-Recht trennt sie nicht. Namen wie 4D-Heißluft bei Bosch oder CircoTherm bei Neff bezeichnen Varianten der Heißluft. Der Rechner behandelt Umluft und Heißluft als eine Skala.

Für CircoTherm nennt Neff zusätzlich 10 °C bis 20 °C weniger als für Umluft. Im Feld für den Abzug entspricht das 30 °C bis 40 °C. Aus 200 °C Ober-/Unterhitze werden dann 160 °C bis 170 °C, wie im Beispiel des Herstellers.

Bei vielen Öfen lassen sich Oberhitze und Unterhitze auch einzeln wählen. Die Oberhitze heizt nur von oben und dient nach Neff der Bräunung, die Unterhitze sorgt von unten für einen knusprigen Boden. Für diese Einzelheizarten gibt es keine Umrechnung.

Backzeit und Garzeit nach dem Wechsel der Heizart

Eine feste Umrechnung der Zeit gibt es nicht, deshalb ändert der Rechner nur die Temperatur. Garzeit ist der allgemeine Begriff für die Dauer im Ofen, Backzeit der beim Backen übliche.

Neff schreibt, dass sich die Backzeiten mit Umluft verkürzen können, und empfiehlt, das Backgut früher zu prüfen. Die Backtabellen von Gaggenau zeigen beide Richtungen: Blechkuchen ist mit Heißluft teils früher fertig, ein Kastenkuchen teils später. Eine Prozentregel für alle Rezepte lässt sich daraus nicht ableiten.

Ob ein Kuchen durchgebacken ist, zeigt der Stäbchentest. Ein Holzstäbchen wird an der dicksten Stelle eingestochen; bleibt beim Herausziehen kein feuchter Teig daran, ist der Kuchen gar.

Die Farbe der Kruste allein ist ein unsicherer Hinweis. Neff nennt unter den Nachteilen der Umluft, dass Speisen schneller austrocknen können. Eine früh gebräunte Oberfläche zeigt deshalb nicht sicher, dass der Teig innen fertig ist.

Wie viel Grad hat Gasstufe 3?

Gasstufe 3 entspricht nach einer Tabelle von Neff 180 °C bis 200 °C Ober-/Unterhitze. Der Rechner liest jede Stufe als den unteren Wert ihrer Spanne, hier also 180 °C, für Umluft 160 °C. Umgekehrt landet jede Temperatur in der Stufe, deren Spanne sie enthält.

Die Tabelle stammt aus dem „Gas-Kochbuch“ der Neff GmbH von etwa 1955, das die Badische Landesbibliothek digitalisiert hat. Ihre „Tabelle für den Thermostat“ teilt den Gasbackofen in 8 Stufen zu je 20 °C. Stufe 1 reicht von 140 °C bis 160 °C, Stufe 8 von 280 °C bis 300 °C. Aktuelle Bosch-Rezepte setzen 160 °C mit Gasstufe 2 gleich, also ebenfalls mit dem unteren Wert.

Gasstufen mit Backbeispielen aus dem Gas-Kochbuch von Neff
StufeOber-/UnterhitzeUmluftBeispiel bei Neff
1140 °C bis 160 °C120 °CEiweißgebäck
2160 °C bis 180 °C140 °CSandkuchen
3180 °C bis 200 °C160 °CRührkuchen in der Form, Biskuittorte
4200 °C bis 220 °C180 °CHefekranz
5220 °C bis 240 °C200 °CHefeblechkuchen, Windbeutel
6240 °C bis 260 °C220 °Cflache Braten, Hähnchen
7260 °C bis 280 °C240 °CÜberbacken

Eine Norm für Gasstufen gibt es nicht. Gasherde verschiedener Hersteller und Baujahre heizen auf derselben Zahl unterschiedlich stark. Welche Temperatur eine Stufe am eigenen Gerät erreicht, zeigt ein Backofenthermometer, und die Anleitung des Herds geht der alten Tabelle vor.

Die deutsche Gasstufe folgt einer anderen Skala als die britische. 180 °C Ober-/Unterhitze entsprechen Gasstufe 3, in britischen Rezepten aber Gas Mark 4.

Rezepte aus den USA, Großbritannien und Frankreich

Amerikanische Rezepte nennen Fahrenheit: 350 °F in Celsius sind 177 °C. Gerechnet wird mit (°F minus 32) mal 5 geteilt durch 9. Diese Rezepte gehen von einem Ofen ohne Lüfter aus, für Umluft ergeben 350 °F daher 157 °C.

Fahrenheit-Angaben aus amerikanischen Rezepten
FahrenheitOber-/UnterhitzeUmluftGas Mark
300 °F149 °C129 °C2
325 °F163 °C143 °C3
350 °F177 °C157 °C4
375 °F191 °C171 °C5
400 °F204 °C184 °C6
425 °F218 °C198 °C7
450 °F232 °C212 °C8

Britische Rezepte schreiben „gas 4“ oder Gas Mark 4. Die Skala reicht von ¼ bis 9, jede Stufe liegt 25 °F über der vorigen. Stufe 4 steht für 350 °F, genau 177 °C; britische Tabellen drucken gerundet 180 °C. Der Rechner übernimmt die gerundeten Werte und zeigt den genauen in einer eigenen Zeile. Als Fahrenheit nennt er den Wert der Stufe selbst, hier 350 °F.

Liegt eine Temperatur genau zwischen zwei Stufen, nimmt der Rechner die kühlere: 170 °C ergeben Stufe 3 der britischen Skala. Für 250 °C meldet er „Oberhalb von Gas Mark 9“, weil die Skala dort endet.

Französische Rezepte nennen oft „thermostat 6“. Nach der dort verbreiteten Regel steht jede Zahl für das 30-Fache in Grad, Thermostat 6 also für 180 °C. Diese Skala bietet der Rechner auf der deutschen Seite nicht an.

Backofen-Symbole für die einzelnen Heizarten

Gewählt wird die Heizart über einen Drehknopf, Tasten oder ein Display, und jede hat ein eigenes Zeichen. Die Formen ähneln sich bei vielen Herstellern, einheitlich festgelegt sind sie nicht. Die Bedienungsanleitung von Gaggenau zeigt die gängigen Zeichen.

  • Zwei waagerechte Striche, oben und unten: Ober-/Unterhitze.
  • Nur der obere Strich: Oberhitze; nur der untere: Unterhitze.
  • Ein Ventilator: Heißluft oder Umluft; ein Ventilator im Kreis steht bei manchen Geräten für 3D-Heißluft.
  • Ein Ventilator über einem unteren Strich: Heißluft mit Unterhitze, oft Pizzastufe genannt.
  • Eine Zickzacklinie: die Grillfunktion, je nach Gerät für eine große oder kleine Fläche.
  • Eine Zickzacklinie über einem Ventilator: der Umluftgrill.

Für die Umrechnung zählen die beiden Grundarten: zwei Striche für Ober-/Unterhitze, der Ventilator für Umluft oder Heißluft. Für Grill, Pizzastufe und die Einzelheizarten nennen die Hersteller eigene Temperaturen. Alle Fundstellen stehen unter Quellen.

Rührteig, Blätterteig, Pizza: was die Hersteller zuordnen

Beide Heizarten backen dieselben Rezepte, sie unterscheiden sich in Bräunung, Feuchtigkeit und der Zahl der Bleche. Neff ordnet Ober-/Unterhitze Kuchen mit saftigem Belag, Muffins, Brot und Aufläufen zu. Umluft eignet sich nach Neff für trockene oder knusprige Speisen wie Kekse, Semmeln und Pizza.

Rührteig in der Kasten- oder Springform wird in vielen deutschen Rezepten mit Ober-/Unterhitze gebacken. Schon die Neff-Tabelle von etwa 1955 führt Rührkuchen in der Form bei Gasstufe 3, also ab 180 °C.

Blätterteig nimmt die Verbraucherzentrale NRW ausdrücklich vom Verzicht aufs Vorheizen aus, ebenso Biskuit und Soufflés. Bei einer Tiefkühlpizza steht die Einstellung auf der Packung, oft getrennt für beide Heizarten.

Mehrere Backbleche zugleich sind die Stärke von Umluft und Heißluft, weil der Ventilator die Wärme auf alle Ebenen verteilt. Ober-/Unterhitze nennt Neff für mehrere Ebenen nicht ideal; mit ihr wird meist ein Blech auf der mittleren Einschubebene gebacken.

Stromverbrauch, Vorheizen und Energielabel

Das Backen mit Lüfter zählt die Verbraucherzentrale NRW zu den Stromspartipps für den Backofen. Es erlaubt niedrigere Gartemperaturen und mehrere Ebenen in einem Durchgang.

Wer aufs Vorheizen verzichtet, spart laut Verbraucherzentrale NRW bis zu 20 % Energie, mit Ausnahmen für empfindliche Teige. Die Restwärme reicht nach derselben Quelle für bis zu 15 Minuten Fertiggaren nach dem Abschalten.

Das EU-Energielabel für Backöfen beruht auf der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 65/2014. Sie unterscheidet zwei Heizarten. „Konventioneller Modus“ heißt dort die Beheizung allein durch natürliche Konvektion, also Ober-/Unterhitze. „Umluftmodus“ heißt die Beheizung, bei der ein eingebauter Lüfter die erwärmte Luft umwälzt.

Für beide Modi nennt das Label den Stromverbrauch pro genormtem Backvorgang in Kilowattstunden (Verbraucherzentrale NRW). Bei Gasbacköfen steht der Verbrauch zusätzlich in Megajoule darauf.

Häufige Fehler beim Umstellen

Abweichungen entstehen oft nicht in der Rechnung, sondern durch doppelte Abzüge, ungenaue Thermostate und die Backform.

  • Doppelter Abzug: Nennt das Rezept bereits 160 °C Umluft, führt ein weiterer Abzug zu 140 °C.
  • Ungenauer Thermostat: Backöfen halten die eingestellte Temperatur nicht exakt, sie schwanken darum. Ein Backofenthermometer zeigt die tatsächliche Hitze im Garraum.
  • Deutsche und britische Stufen verwechselt: Wer „gas 4“ aus einem britischen Rezept als deutsche Stufe 4 liest, landet bei 200 °C statt bei 180 °C.
  • Dunkle Formen: Dunkle Bleche und Formen nehmen mehr Strahlungswärme auf als helle und bräunen schneller.
  • Häufiges Öffnen der Tür: Jedes Mal entweicht heiße Luft, und der Ofen muss nachheizen.

Nicht abgedeckt sind Heißluftfritteuse, Mikrowelle, Dampfgarer, Grillstufen, Backformgrößen und Cup-Angaben. Wie der Rechner Skalen liest und rundet, beschreibt die Methodik.

Häufige Fragen

Umluft oder Ober-/Unterhitze, wenn im Rezept nichts steht?

Nennt ein deutsches Rezept nur eine Temperatur, ist in der Regel Ober-/Unterhitze gemeint, die klassische Angabe. Auch amerikanische Rezepte gehen von einem Ofen ohne Lüfter aus. Für Umluft liegt die Einstellung dann um den üblichen Abzug von 20 °C tiefer.

Ist Umluft heißer als Ober-/Unterhitze?

Bei gleicher Einstellung wirkt Umluft stärker. Der Thermostat regelt in beiden Fällen dieselbe Lufttemperatur, doch bewegte Luft überträgt die Wärme schneller auf das Backgut. Deshalb wird Umluft niedriger eingestellt, nach Neff um etwa 20 °C.

Was geht schneller, Umluft oder Ober-/Unterhitze?

Neff schreibt Umluft eine kürzere Garzeit zu, nennt aber keine Zahl. In den Tabellen von Gaggenau ist je nach Gericht mal die eine, mal die andere Heizart früher fertig. Der Rechner lässt die Zeit deshalb unverändert.

Wie viel Ober-/Unterhitze sind 170 Grad Umluft?

190 °C, wenn der übliche Abzug von 20 °C wieder addiert wird. Mit dem oberen Wert der Verbraucherzentrale NRW, 30 °C, wären es 200 °C.

Muss ich bei Umluft vorheizen?

Nicht immer. Für klassische Umluft schreibt Neff, dass der Ofen vorgeheizt wird, weil die Heizstäbe langsam warm werden; bei CircoTherm sei das überflüssig. Die Verbraucherzentrale NRW nennt den Verzicht als Spartipp, außer bei Blätterteig, Biskuit und Soufflés.

Soll man Kuchen mit Umluft backen?

Beides ist möglich, es kommt auf den Kuchen an. Neff ordnet saftige Kuchen mit Belag und Muffins der Ober-/Unterhitze zu, weil sie die Bräunung genauer steuern lässt. Empfindliches Gebäck geht mit Umluft nach Neff nicht immer optimal auf, Plätzchen auf mehreren Blechen backen dagegen gleichzeitig.

Gilt die Umrechnung auch für Braten und Aufläufe?

Ja. Der Abzug hängt an der Heizart, nicht am Gericht. Die Umrechnungstabelle von Neff führt neben Kuchen auch Schmorgerichte und das Bräunen von Fleisch mit demselben Abstand. Die Garzeit eines großen Bratens lässt sich dagegen nicht umrechnen.

Bräunt Ober-/Unterhitze besser als Umluft?

Ja, mit ihr lässt sich die Bräunung genauer steuern, schreibt Neff, und die Oberhitze allein dient der Krustenbildung. Umluft eignet sich für knusprige Speisen, trocknet empfindliche aber schneller aus.

Geprüft an festen Ergebnissen

Für jeden Fall unten steht das Ergebnis durch die Quelle fest. Der Rechner rechnet ihn bei jeder Veröffentlichung nach, und eine Seite, die abweicht, geht nicht online.

Quellen

Die Zahlen und Regeln auf dieser Seite wurden am anhand dieser Veröffentlichungen geprüft.

  1. Gas-Kochbuch: Tabelle für den Thermostat (um 1955)(öffnet in einem neuen Tab)

    Neff GmbH, digitalisiert von der Badischen Landesbibliothek

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